Kosten
Was kostet eine Entrümpelung? Preise und was sie treibt
Zuletzt geprüft am 15.8.2026 · 7 Minuten Lesezeit
Die ehrliche Antwort lautet: zwischen 250 und mehreren tausend Euro. Das klingt nach einer Ausrede, ist aber der Kern des Problems. Eine Entrümpelung wird nicht nach Quadratmetern abgerechnet, sondern nach Aufwand, und der Aufwand hängt an Dingen, die man von aussen nicht sieht.
Preisspannen nach Objekt
| Objekt | Übliche Spanne |
|---|---|
| Einzelner Kellerraum | 250 bis 1.200 Euro |
| 1-Zimmer-Wohnung | 400 bis 1.500 Euro |
| 2- bis 3-Zimmer-Wohnung | 500 bis 3.500 Euro |
| Einfamilienhaus | 2.000 bis 8.000 Euro |
| Messie-Wohnung | 1.500 bis 8.000 Euro |
| Ladenlokal oder Büro | 1.200 bis 12.000 Euro |
Das sind Marktspannen aus Angebotsvergleichen, keine Angebote. Wer in der Mitte landet, hat einen normalen Fall. Wer deutlich darüber liegt, hat meist eine der unten genannten Besonderheiten.
Die sechs Faktoren, die den Preis bestimmen
Menge. Betriebe rechnen intern in Kubikmetern. Ein voller Kleintransporter fasst etwa 8 bis 10 Kubikmeter, ein normaler Zweizimmerhaushalt kommt auf 20 bis 40. Alles, was in Kartons vorsortiert dasteht, geht schneller als ein gewachsener Dachboden.
Etage und Aufzug. Der einzelne Faktor mit der größten Hebelwirkung. Vierter Stock ohne Aufzug bedeutet, dass jeder Gegenstand von Hand nach unten getragen wird. Zwischen Erdgeschoss und viertem Stock ohne Aufzug liegen bei gleicher Menge schnell 30 bis 50 Prozent Aufschlag.
Zugang zum Fahrzeug. Steht der Transporter direkt vor der Haustür oder 80 Meter weiter in der Nebenstrasse? In Innenstädten wird oft eine Halteverbotszone nötig. Die kostet Gebühr plus Schilderaufstellung und muss Tage vorher bei der Stadt beantragt werden. Sie ist in den meisten Angeboten nicht enthalten.
Art des Materials. Restmüll und Sperrmüll sind Standard. Teurer wird es bei allem, was gesondert entsorgt werden muss: Farben, Lacke, Lösungsmittel, Leuchtstoffröhren, alte Nachtspeicheröfen mit Asbestverdacht, Autobatterien. Elektrogeräte müssen nach dem Elektrogesetz getrennt gehen.
Verwertbarkeit. Was sich weiterverkaufen lässt, senkt den Preis. Mehr dazu unter Wertanrechnung.
Termin. Zum Monatsende und zum Quartalswechsel enden viele Mietverhältnisse. Wer in dieser Zeit kurzfristig einen Termin braucht, zahlt den Aufschlag für die Dringlichkeit mit.
Woran ein belastbares Angebot zu erkennen ist
Ein brauchbares Angebot nennt einen Festpreis nach Besichtigung. Vor der Besichtigung ist jede Zahl eine Schätzung, egal wie selbstbewusst sie am Telefon vorgetragen wird. Im Angebot sollten stehen:
- der Festpreis inklusive Entsorgungsgebühren
- was genau geräumt wird, Raum für Raum
- ob besenreine Übergabe enthalten ist
- was zusätzlich berechnet wird, etwa Halteverbot oder Endreinigung
- der Anrechnungsbetrag für verwertbare Gegenstände, falls vereinbart
Fehlt der letzte Punkt, ist die mündliche Zusage “das rechnen wir Ihnen an” nichts wert.
Warum drei Angebote der Standard sind
Die Streuung zwischen Betrieben ist bei gleicher Wohnung erheblich, weil jeder Betrieb anders kalkuliert: der eine hat eigene Entsorgungswege, der andere zahlt Deponiegebühren, der dritte hat gerade eine Lücke im Kalender. Drei Angebote sind kein Misstrauen, sondern der übliche Weg, die Spanne für den konkreten Fall zu erfahren.
Wichtig ist nur, dass alle drei denselben Umfang bewerten. Ein Angebot ohne Endreinigung gegen eines mit ist kein Vergleich.
Was oft vergessen wird
- Halteverbotszone: 80 bis 200 Euro, je nach Stadt und Dauer
- Endreinigung: 150 bis 500 Euro für eine normale Wohnung
- Demontage der Einbauküche: 200 bis 600 Euro
- Bodenbeläge entfernen: nach Fläche, oft 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter
- Entsorgungsnachweis: bei seriösen Betrieben ohne Aufpreis, fragen Sie trotzdem
Ein Teil dieser Kosten lässt sich unter Umständen steuerlich geltend machen. Was dabei zu beachten ist, steht unter Entrümpelung von der Steuer absetzen.